Wech da.. und eine neue Fremdsprache

... unsere Jugendarbeit im Yachtclub

Wech da.. und eine neue Fremdsprache

Beitragvon Kilo-klasse » Mi 7. Nov 2018, 11:42

Sooo , nun ist für diese Saison erst mal Schluss . Wetter ist zu unbeständig ( die ganze Woche ist es schön , nur an den Trainingstagen bläst es ordentlich ) . Obwohl wir einen sehr schönen Herbst haben , ist das Wasser ist jetzt doch zu kalt zum unfreiwilligen baden ( das man nie ausschließen kann ) .
Also wurden die Boote ins Regal gestellt und warten auf die nächste Saison .

Im Frühjahr werden wir bei den Booten mit neu erworbenem Fachwissen ansetzen und einige Stunden mit Reparatur und Pflege verbringen .
Gelernt haben wir , dass Beton und Opti einfach nicht zusammen passen . Da passiert immer was , dass man nicht will .
Der Welpenschutz ist dann vorbei und jeder ist für sein Boot verantwortlich .

Natürlich klappt das Steuern bei einem Anfänger noch nicht so gut und manchmal rumst und knirscht es doch noch . Alles nicht so schlimm ,
das kann man beheben . Im ersten Ansatz das Boot waschen und dann eine Bestandsaufnahme über evtl. Schäden machen . Wie die Großen !
Tja und dann geht es los : Macken ausschleifen ( mit wasserfestem Schleifpapier ) , mit Harz oder Gelcoard ausfüllen und dann schleifen , schleifen ,
schleifen . Danach einebnen und wieder schleifen , bis alles plan ist . Dann polieren ... und fertig ,,,, wenn man nichts mehr von der Reparatur sieht .
Spätestens zu diesem Zeitpunkt denkt jeder darüber nach , ob er diese Arbeit im nächsten Jahr noch mal machen will und nimmt sich ganz fest vor ,
besonders vorsichtig zu segeln . Ein besonderes Augenmerk wird dann auf das Aufriggen und das Slippen gelegt , denn dabei passieren meistens
sehr unschöne Schäden , deren Beseitigung Stunden in anspruch nimmt .

Aber vorher ist der Winter zu überstehen .
Witterungsbedingt und auf das Vermögen der Anfänger abgestimmt , habe ich den theoretischen Unterricht bisher auf ein Minimum beschränkt .
Die Tage auf dem Wasser waren mir wichtiger , denn man weiß nie , wie viele man davon nutzen kann .
Jetzt ist das Wassertraining beendet und die neuen Segler können einschätzen , was man in der Theorie vermittelt bekommt . Man weiß , worüber man spricht !

Wech da , ich habe Vorfahrt !! ( oder " Segeln nach Regeln " )
Wer hat auf dem Wasser Vorfahrt ( ja , ja , ich weiß , auf dem Wasser gibt es keine Vorfahrt , nur Kurshalter oder Ausweichpflichtiger ) ?
Was muss ich als Skipper , also als Kapitän !! , beachten ? Kann der mir ausweichen , obwohl ich Vorfahrt habe oder brummt der dann ins Ufer der Ücker ?
Also die KVR rauf und runter .
Für die etwas älteren , die ab dem nächsten Jahr regattieren wollen , kommen die Wettfahrtbestimmungen noch dazu .

Ein weiterer Teil der Theorie wird die neue Fremdsprache . Wenn man mit einer ganz neuen Sache anfängt , dann hat man so seine Schwierigkeiten .
Rechts rum , links rum , alles nicht so einfach mit Ruder und Pinne . Segel anziehen und loslassen , alles will bedient werden und alles zur gleichen Zeit .
In dieser Phase mit Fremdwörtern zusätzliche Verwirrung stiften , ist nicht ganz so gut . Dann bringt man alles durcheinander .
Jetzt hat man ein paar Meilen auf dem Buckel und ist etwas sicherer an Bord . Nun ist die Zeit gekommen , sich mit Begriffen wie Bug , Heck ,
anluven , dwars , achterlicher als dwars , acheraus , etc. zu befassen . Die Sprache der Seefahrer und Segler im ( internationalen ) Sprachgebrauch .

Den Abschluss wird eine Einführung in die " Seemannschaft " bilden . Eine Einführung , weil die Seemannschaft uns das ganze Seglerleben begleitet
und ein ständiger , wiederkehrender Lernprozess ist , der nie endet und man immer wieder dazu lernt . Inbesondere das Einschätzen von Situationen ,
wie man sie an Land und auf dem Wasser vorfindet . Z.B. : Mit einer motorisierten Yacht tuckert man aufs Haff und fertig . Ganz anders verhält es sich ,
wenn man mit einem Opti unterwegs ist . Da bekommt der Begriff " Wind gegen Strom " , eine ganz andere Bedeutung und der Ückerkopf wird zur
echten Herausforderung .
Kommt ein netter Segler mit seiner Yacht des Weges und bietet mir an mich raus zu schleppen , dann muss ich für ihn mit denken .
Vielleicht hat der nie einen Opti gesegelt und weiß nicht , wie sich ein Opti im Schlepp verhält . Bereits das Einrucken der Schleppleine muss man abdämpfen , wenn kein Schaden am Boot entstehen soll .
Tausend neue Dinge , die nach und nach erlernt werden müssen .

Ich denke , der Winter wird nicht langweilig und das Vorstandszimmer wird als Klassenraum gut ausgelastet sein .
Kilo-klasse
Vorschotmann
 
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Registriert: Fr 27. Jan 2017, 19:49

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